Architektur(ge)schichten
Erinnerungen an Klaus-Jürgen Bauer
AUSSTELLUNG, BUCHPRÄSENTATIONAusstellung
11.09. - 01.11.2026
Architekturgalerie RAUMBURGENLAND contemporary
Fanny-Elßler Gasse 4 7000 Eisenstadt
Eröffnung & Buchpräsentation
“Aus meinem Ladenschrank - Das grafische Werk 1985-2025”
10.09.2026 18:00
erhältlich hier
-
Klaus-Jürgen Bauer war vielschichtig versiert, aktiv und tätig. Er war nicht nur Architekt, Publizist oder Autor, sondern vor allem eines: Geschichtenerzähler.
Keiner vermochte es wie er, pointiert und präzise Sachverhalte und Geschehnisse zu beschreiben und nachzuerzählen. Dieses Mal soll aber nicht Klaus-Jürgen Bauer zu Wort kommen, nicht seine Architekturgeschichten sollen erzählt werden, sondern Geschichten über ihn selbst: Und zwar erzählt von Kolleg:innen, Bauherr:innen und Weggefährt:innen, über gemeinsame Erfahrungen, Erlebnisse und Geschichten. Jede der persönlichen Begegnungen ist grundverschieden und ungewöhnlich, und durch die Rezeption soll so das vielschichtige Bild von Klaus-Jürgen Bauer gerahmt, aber auch erweitert werden.
Für die Ausstellung werden Interviews mit Kolleg:innen vom Fach sowie mit Personen,
die bestimmte Berührungspunkte in der Architektur mit ihm hatten, geführt werden.
Die Interviews werden audiovisuell aufgenommen und als kurze Filmbeiträge in der Ausstellung gezeigt.
Teil der Ausstellung sind Auszüge seines grafischen Werkes, das mit der Publikation
“Aus meinem Ladenschrank” (Hrsg. edition lex liszt 12) dokumentiert wurde.
Eine Summe an Beiträgen trägt zu einer gemeinsamen Erinnerung an den Architekten bei und prägen das kollektive Gedächtnis um einen der wesentlichsten Architekturrvermittler des Burgenlands.
Klaus-Jürgen Bauer verstarb 2025 im Alter von 62 Jahren.
Zur Eröffnung der Ausstellung am 10.09. um 18:00 wird das Buch
“Aus meinem Ladenschrank” (Hrsg. edition lex liszt 12) präsentiert.
-
“Aus meinem Ladenschrank - Das grafische Werk 1985-2025”
(Hrsg. edition lex liszt 12)
„So gut wie alle Zeichnungen und Aquarelle, die in diesem Buch versammelt sind, hat niemals jemand gesehen. Wenn eine Zeichnung fertig war, dann wanderte sie in einen geräumigen Ladenschrank – von mir als das Massengrab bezeichnet – und verschwand fortan mit wenigen Ausnahmen in der Dunkelheit. Dennoch waren es sichtbar gewordene Ergebnisse meiner zeichnerischen Auseinandersetzung mit der Welt.“
So beschrieb der 2025 verstorbene Architekt, Autor und Künstler Klaus-Jürgen Bauer diese Arbeiten, die er als besonders nah an seiner Person empfand. „Gerade die Zeichnung, das Aquarell mit seiner unmittelbaren Verbindung zur Seele, drückt mich in gewisser Weise präziser aus als etwa ein Bauwerk.“ Bauer reflektierte nicht nur die Entstehung seiner Arbeiten, sondern auch ihre Verortung im kunsttheoretischen Raum. „Bilder sind Argumente“, sagte er und verwies auf Stimmen wie Ralph W. Emerson und Jorge Luis Borges. Emerson meinte, dass Argumente – oder eben Bilder – niemanden überzeugen würden, und Borges, dass sie deshalb nicht überzeugen, weil sie als Argumente präsentiert werden. „Wir würden sie betrachten, vergleichen, hin und her wenden und uns schließlich vielleicht gegen sie entscheiden: oder auch nicht. Wahrscheinlich ist genau das die Rolle von Bildern bei Ausstellungen und in Büchern.“
Aus meinem Ladenschrank gibt erstmals Einblick in einen kaum bekannten Teil seines künstlerischen Schaffens.
(Text: edition lex liszt 12)
