Publikationen

Bogdan Bogdanovic - Architekt, Urbanist, surrealistischer Künstler und Literat, Hochschulprofessor sowie ehemaliger Bürgermeister von Belgrad - schuf von den 1950ern bis in die 1980er Jahre 20 Denkmäler gegen Krieg und Vernichtung, verteilt über das ganze ehemalige Jugoslawien. Das filmische Portait sieben ausgewählter Denkmäler - vom Memorial am jüdischen Friedhof der serbischen Hauptstadt Belgrad über die 'Stadt der Toten' im bosnisch-herzegowinischen Mostar bis hin zum wohl bekanntesten Monument, jenem im ehemaligen Vernichtungslager im kroatischen Jasenovac - will zum Einen das bislang nicht dokumentierte architektonische Werk von Bogdan Bogdanovic in das öffentliche Bewusstsein Mitteleuropas zurückführen. Zum anderen sollen dabei die surrealistische Architektur mit der Literatur des heute in Wien lebenden Intellektuellen in Beziehung gesetzt und daran die Geschichte und Gegenwart Jugoslawiens reflektiert werden.

Der Architekt und Designer Martin Mostböck entwirft Möbel, Häuser, Geschäftseinrichtungen, Interieurs, Objekte des Alltags und ist ein Grenzgänger zwischen den Disziplinen. Mostböck entsagt oberflächlichem Styling, er geht den Dingen mit seinen Entwürfen auf den Grund. Dabei sucht und findet er das Authentische. Seine Herangehensweise in Sachen Design vergleicht er mit jener eines Konstrukteurs, der Ideen aufspürt, die er für andere Menschen nicht nur sichtbar, sondern auch fühlbar machen will. Architektur bedeutet für ihn eine gemeinsame Reise, an deren Endpunkt alle beglückt sind, und er vergleicht das Planen eines Hauses mit der Arbeit an einem Maßanzug. Dabei muss der Architekt die Gedanken seines Auftraggebers lesen können. Nur auf diese Weise entsteht ein Objekt mit Seele.

Fritz Reichl war eine Art shooting star der damaligen Architekturszene Ostösterreichs. Er war blendend vernetzt und in allen wesentlichen Institutionen wie dem Künstlerhaus oder der Ingenieur-Kammer engagiert tätig. Reichl beteiligte sich erfolgreich an wichtigen, nationalen Wettbewerben wie dem Neubau des burgenländischen Landhauses in Eisenstadt. Sein Beamtenwohnhaus in Eisenstadt zählt bis heute zu den besten, architektonischen Werken der Landeshauptstadt. Im Alter von 37 Jahren gewann Fritz Reichl den Wettbewerb für die Neugestaltung des Justizpalastes.

Künstler haben seit langem eine tiefe Affinität zum Burgenland entwickelt. Sie kommen her, bauen hier Häuser, verwurzeln sich mit der Landschaft, schaffen Werke. Der ARB hat sich daher vorgenommen, Künstlern und ihren Häusern im Burgenland eine Plattform zu bieten. Künstlerhäuser sind immer einmalig, richtungsweisend, ungewöhnlich. Sie bereichern das gewöhnliche Bauen durch bislang ungedachte Möglichkeiten. Unsere erste Publikation über KÜNSTLERHÄUSER ist Carl Pruscha gewidmet, einem der bedeutendsten Architekten unserer Zeit. Carl Pruscha hat vor langer Zeit eine Schlossruine aus der Spätrenaissance in Gattendorf erworben und zu einem außergewöhnlichen und zeitlosen Objekt umgebaut, in einer unglaublichen Einheit aus Alt und Neu, Interieur und Kunst, Gebäuden und Gärten. Zur Publikation gibt es im Frühjahr 2017 eine Exkursion zum Schloss in Gattendorf. (Text: Klaus-Jürgen Bauer)

Das Burgenland verfügt über eine Reihe von traditionellen und auch innovativen Baumaterialien, die nicht zuletzt das Bild der gebauten Umwelt mitprägen. Von Sandsteinen über Schotter bis hin zu gepressten Schilfplatten besteht das Spektrum von Baumaterialien, die aus aus lokalen Ressourcen gewonnen werden. Auch Designmöbel und Beleuchtungen aus dem burgenländischen Umfeld sollen ihre Plattform bekommen. Beispiele und gelungene Detaillösungen sowie praktische Anschauungsobjekte der vielfältigen Materialien sollen Interessierten ein Spektrum abseits der industriellen Normen aufzeigen.

Architektur im österreichischen Burgenland, die moderne wie archaische Motive aufgreift und zu einer eigenen Mischung verschmilzt. Abseits von anonymen Bauten und einst malerischen Ortsbildern haben renommierte österreichische Architekten der Nachkriegszeit im Burgenland ihre Spuren hinterlassen.

Entdämmt Euch

Eine Streitschrift von Klaus-Jürgen Bauer Ein Gespinst geht um in Europa – ein Gespinst, das in Form von gepressten Schaumplatten auf unsere Hauswände geklebt wird. Alle Mächte Europas haben sich in einer heiligen Hetzjagd – so scheint es – für das Dämmen unserer Häuser verbündet.

Tomm Fichtner ist aus der zeitgenössischen Baukultur des Burgenlands nicht wegzudenken. Er ist in diesem Umfeld sozusagen zu einer charakteristischen Person geworden. Im englischsprachigen Raum würde man sagen: he`s got personality.

Archaische Moderne Elf Bauten im Burgenland 1960–2010

Dieses Buch bietet anhand von ausgewählten Projekten einen Überblick des Architekturraums Burgenland. Nikolaus Korabs Fotografien dokumentieren den heutigen Zustand der Bauten und stellen ihre Einbettung in Landschaft wie Kulturraum dar. Der Text von Otto Kapfinger und viele erstmals veröffentlichte Archivmaterialien begleiten die bildliche Dokumentation. Peter Adam thematisiert die schwierige Einordnung der Objekte aus denkmalpflegerischer Sicht.

Zurück zur Mitte - Strategien zur Belebung burgenländischer Ortskerne

Mit dem Buch ZURÜCK ZUR MITTE! Strategien zur Belebung burgenländischer Ortskerne (Hrsg. Klaus-Jürgen Bauer, Ortskernbelebung Burgenland) liegt ein Handbuch ganz neuer Art zum Thema Ortskernbelebung vor, das vor allem die Sicht der Experten und Akteure in den Mittelpunkt stellt. Neben einführenden Essays von Planern zur Ortskernproblematik sind es vor allem Gespräche, die Herausgeber Klaus- Jürgen Bauer im Laufe der letzten Monate mit burgenländischen Experten aus Politik, Wirtschaft, Bauwirtschaft, Kunst, Denkmalpflege, Landwirtschaft, Finanzwirtschaft und Kunst geführt hat, die überzeugende, oftmals auch sehr überraschende Ideen zur Wiederbelebung burgenländischer Ortskerne aufzeigen.

Das Burgenland besteht aus Dörfern. Die maßgebliche Erfindung dieser Dörfer sind die Streckhöfe. Manche lieben sie, einige hassen sie, den meisten sind sie gleichgültig. Sie verfallen daher als maßstabsbildende Entitäten gerade vor unseren Augen.

Die ,,Wende" von 1989 brachte für die Baukultur dieser Regionen neue Bedingungen. Auch Österreichs Beitritt zur Europäischen Union und die Aktivität des Forums ARCHITEKTUR RAUM BURGENLAND stimulierten in den 1990er Jahren qualitätvolle Neubauten. Und mit dem Leitbild ,,EuRegio West/Nyugat Pannónia" entwickelte Burgenland schon vor Ungarns EU-Beitritt gemeinsam mit den Komitaten Győr-Moson-Sopron, Vas und Zala grenzübergreifende Perspektiven. Der vorliegende Band dokumentiert die aktuelle Architekturszene dieser Regionen erstmals im Zusammenhang - als Reiseführer zu 140 ausführlich vorgestellten Bauten, mit Hinweisen auf viele weitere, sehenswerte Beispiele und mit speziellen Textbeiträgen von Klaus-Jürgen Bauer, Zsolt Gunther und Gábor Winkler.

Jahresbericht 1996 - Der öffentliche Raum und das Dorf

„Dorf“ ist ein sehr komplexer Begriff, der nach den sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte schwer zu fassen ist. Welche Attribute können das Dorf noch als ein „dörfliches“ beschreiben? Das Wissen, das durch die arbeitsteilige Gesellschaft, den immer stärker ansteigenden Individualverkehr, Veränderungen der Kommunikation durch Medien, neue Siedlungs- und Wohnformen und ähnliches das Dorf unwiederbringlich verloren ist, ist Allgemeingut.

Positionen - Moderne Architektur im Burgenland

In der heutigen Diskussion nach Heimat könnte man den Eindruck gewinnen, daß historisierendes Bauen Quelle der Vertrautheit in einer sich rasch wandelnden Welt, die letzte Zuflucht für die Sehnsucht nach zeitgenössischer Architektur, sei. Informations- und Arbeitsprozesse haben unsere Gebundenheit an einen Ort mit seinen sozialen, ökonomischen und räumlichen Strukturen gelockert. Bauliche Vertrautheit ist das letzte Festklammern an diesen Ort. Harmonie suggerierende Begriffe wie Dorferneuerung unterstützen in diesem Bestreben des Festhaltens.